Colitis ulcerosa


colitisDie Colitis ulcerosa (engl. Ulcerative colitis) ist eine chronische, d.h. lebensbegleitende, und meist in Schüben verlaufende Erkrankung des Dickdarms.
Sie verursacht Geschwüre (lat. ulcera, daher „ulcerosa“ = geschwürig) in der inneren Schleimhaut-Schicht des Kolons, wie der Dickdarm auch genannt wird (daher „colitis“: Entzündung des Kolon). Diese Entzündung der Darmschleimhaut breitet sich am Mastdarm beginnend kontinuierlich unterschiedlich weit im Dickdarm aus. Am Anfang des Dickdarms oder am Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm („Backwash-Ileitis“) kommt die Colitis ulcerosa zum Stillstand. Ist der gesamte Dickdarm von den Geschwüren betroffen, spricht man von einer „Pankolitis“ oder „totalen Colitis.“
Die Cu ist nicht ansteckend!

In den beschwerdefreien Phasen ist zwar ein normales Alltagsleben möglich, aber ein akuter Schub ist oft nicht nur schmerzhaft, sondern zwingt die Betroffenen zur Bettruhe oder sogar zum Krankenhausaufenthalt.
Ein „normales Leben“ ist während eines Schubes nicht möglich, da der Betroffene oft (neben Schmerzen und anderen Symptomen) innerhalb von Sekunden eine Toilette aufsuchen muss und dadurch auch nachts keinen Schlaf findet.

Die Ursache der Erkrankung ist noch unbekannt.
Bekannt ist nur, dass viele verschiedene Komponenten das Risiko, an einer Colitis ulcerosa zu erkranken, erhöhen. Dazu zählen beispielsweise das angeborene und das erworbene Immunsystem, Umwelteinflüsse, Stress, veränderte Gene und die Bakterienbesiedlung im Darm.

Ihre wichtigsten Symptome sind blutiger und schleimiger Durchfall (in schweren Fällen nicht selten mit 30 Stuhlgängen pro Tag, auch nachts!) sowie kolikartige Bauchschmerzen.
Daneben kann die Colitis ulcerosa zu Gewichtsverlust, Leistungsabfall, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Fieber, Blutarmut (Anämie) und auch außerhalb des Darms zu Beschwerden (z.B. in Form von Gelenkbeschwerden) führen.
Während des Schubs haben die Patienten oft wenig Appetit, die Krämpfe lösen Übelkeit aus, und die Nahrungsaufnahme ist aus Angst vor Bauchschmerzen und Durchfällen oft unzureichend (Gewichtsverlust).

Manche Betroffene können über viele Monate und sogar Jahre hinweg ganz beschwerdefrei leben. Bei anderen flammt die Erkrankung häufiger auf und sie brauchen den Einsatz vieler Medikamente oder auch chirurgische Eingriffe.
Je weiter die Entzündung im Dickdarm fortgeschritten ist, desto ausgeprägter können die Symptome auftreten und desto höher ist das Risiko von Komplikationen.
Nach langjährigem Verlauf erhöht die Colitis ulcerosa das Risiko für Darmkrebs.

Mögliche Komplikationen
– Toxisches Megakolon (*1)
– Darmdurchbruch (*2)
– Schwere Darmblutungen
– Narbenbildung (*3)
– Fisteln und Abszesse (*4)
– Dickdarmkrebs

(Beispiele für mögliche Komplikationen außerhalb des Darms: Gelenkentzündungen, Entzündungen am Auge, Entzündungen der Gallenwege, Leberschädigungen, Hautveränderungen)

Bei der Colitis ulcerosa zielt die Therapie darauf ab, die Beschwerden zu lindern und das Risiko für Komplikationen zu verringern. Die Behandlung kann allerdings nicht die Ursachen der Colitis ulcerosa beheben, weshalb eine vollständige Heilung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung nicht möglich ist.

Unter bestimmten Umständen erfordert die Colitis ulcerosa zur Therapie eine Operation: Wenn es nicht gelingt, die Darmerkrankung mit Medikamenten zu kontrollieren, wenn Komplikationen auftreten oder Krebsvorstufen vorliegen, ist es notwendig, den Dickdarm oder Teile des Dickdarms operativ zu entfernen (Kolektomie) und/oder einen künstlichen Darmausgang anzulegen.

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*1
Wenn bei der Colitis ulcerosa im weiteren Verlauf der Darm infolge einer Wandschwäche sowie einer Gasansammlung überdehnt ist, liegt ein sogenanntes toxisches Megakolon vor. Diese Komplikation ist gekennzeichnet durch starke Schmerzen, anfangs Durchfall, der dann plötzlich aufhört, Blähungen (Meteorismus), Fieber und Schüttelfrost sowie Herzrasen (Tachykardie). Ohne entsprechende Therapie kann es zu einem Darmdurchbruch kommen.

*2
Eine bei der Colitis ulcerosa lebensbedrohliche Komplikation ist der Darmdurchbruch (Perforation): Dieser erfordert eine sofortige Operation.

*3
Kommt es bei der Colitis ulcerosa im weiteren Verlauf zu einer Narbenbildung (Strikturen) am Darm, kann dies dazu führen, dass der betroffene Darmabschnitt dauerhaft verengt ist. Dies geht häufig mit starken, kolikartigen Beschwerden einher. Im Extremfall kann ein lebensbedrohlicher Darmverschluss die Folge sein.

*4
Fisteln sind spontan entstandene Verbindungen zwischen einem Hohlorgan und der Körperoberfläche (äußere Fistel) oder einem anderen Hohlorgan (innere Fistel). Sie sind relativ schmerzlos, heilen aber schlecht. Abszesse sind Eiteransammlungen in nicht vorgeformten Körperhöhlen, die äußerst schmerzhaft sind.

Quellen:
http://www.dccv.de/crohn-colitis/colitis-ulcerosa/
http://www.onmeda.de/krankheiten/colitis_ulcerosa.html
http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Colitis-ulcerosa/Wissen/Colitis-ulcerosa-chronische-Dick-65.html
http://www.zukunft-beginnt-jetzt.info/ColitisulcerosaWassinddieBeschwerdenundSymptomeQQid-404-507.html

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Über Überlebenskünstlerin

20 jährige Bloggerin, die über ihr Leben mit Colitis ulcerosa und Autoimmunhepatitis bloggt.
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